Die Wiener Operette

Die Wiener Operette

Wer an Österreich und Musik denkt, der verbindet diese Begriffe zugleich mit der Wiener Operette. Anfangs war sie noch stark von den französischen, den Offenbach-Operetten, geprägt. Doch es dauerte nicht lange und Österreich entwickelte seine eigene Operettenform.

Behandelte Themen und Zielpublikum der OperetteImage result for Die Wiener Operette

In Operetten dreht sich alles um den Traum vom Glück. Damit er sich erfüllt, sind viel List, Verwicklungen und Intrigen im Spiel. Ursprünglich standen vor allem Herrscherfiguren und pompöse Würdenträger im Mittelpunkt der Kritik dieser Werke. Einerseits orientierten sich die ersten Operetten von Johann Strauß Sohn wie „Die Fledermaus“ oder „Das Spitzentuch der Königin“ noch stark am französischen Vorbild. Andererseits waren sie stärker von klassischen Opernwerken beeinflusst und waren „vollklingender“. Die Operette wurde zunehmend beliebter und erreichte neue Publikumsschichten mit strikteren Moralvorstellungen. Während die ersten Komponisten ursprünglich Operetten für ein Handwerkerpublikum schrieben, richteten sie sich später verstärkt an das wohlhabende Bürgertum in den Städten.

Zentrales Element der Wiener Operette ist der Walzer

Im Kontext des deutsch-französischen Krieges 1870 – 71 mischten sich darüber hinaus nationalistische und antisemitische Ideen in die Werke. Operetten wurden mehr und mehr zur Spieloper, was in Werken wie dem „Zigeunerpatron“ von Johann Strauß Sohn oder im „Bettelstudent“ von Carl Millöcker deutlich wird. Die Komponisten waren erfolgreich damit und exportierten ihre Werke bis nach Amerika. Zentrales Merkmal der Operette in Österreich war bis ins 20. Jahrhundert der Wiener Walzer. Er machte die österreichische Operette letztendlich auf der ganzen Welt berühmt.

Charakteristika der Wiener Operette

Gesellschaftliche Kritik rückte in den Hintergrund. Lebenslust und romantisches Schwelgen dominierten die Werke. Dies brachten die Komponisten hauptsächlich durch den Dreivierteltakt und den Walzer als Tanzform in den Operetten zum Ausdruck. Ein gewisser Spott und Witz blieben jedoch weiter bestehen, wie in Werken wie „Die Fledermaus“ von Johann Strauß Sohn zu sehen ist. Neben Johann Strauß Sohn prägten Komponisten wie Franz von Suppé und Carl Millöcker die Ära der „Goldenen Operette“. Berühmte Namen wie Franz Lehár beeinflussten die zweite Blütezeit des Gentres.